Rot ist nicht Rosa

Veröffentlicht am 20. August 2026 um 19:39

Viel bleibt nicht übrig. Zwanzigtausend findet sie zu teuer. Ein oder zwei würden ihr gut gefallen, die haben aber keinen TÜV und der Zeisig erkennt mit Adleraugen auf den Fotos Roststellen. Das hat die Frau Krott gar nicht gesehen.
Und in der Nähe scheint es gar nichts zu geben.


Frau Schildkrott sucht nun fleißig nach Angeboten für ihren Traum-Bulli-Camper. Sie hat ganz genaue Vorstellungen: Schön eingerichtet, kein rosa Lack (wichtig, wegen dem Zeisig), möglichst zwei Jahre TÜV, generalüberholt, H-Kennzeichen und wenige Kilometer. Und natürlich nicht zu teuer. Schön wäre es, wenn er in der Nähe wäre.
Alles, was ihrer Meinung nach passen könnte, schickt sie nun dem Zeisig zu, damit er guckt und aussortiert.

Vielleicht sollte man die Suche ausweiten

Krott und Zeisig werden im Juli in den Norden reisen. Mit dem Eberhard. Zu einem Strich-Acht-Treffen. Klingt in den Ohren der Krott seltsam. Vielleicht sogar ein wenig, sagen wir mal, halbseiden. Aber der Zeisig erklärt der Frau Schildkrott ganz ernsthaft, dass es hier um eine spezielle Oldtimerserie von Mercedes geht. Den sogenannten Mercedes /8 - ausgesprochen: „Mercedes-Strich-Acht.“

„Mit Mercedes-Benz /8 („Strich-Acht“) werden nach ihrem Erscheinungsjahr 1968 die Pkw-Baureihen W 114 und W 115 der Daimler-Benz AG bezeichnet. … Die W 114/115 wurden bis 1976 gebaut und von der Baureihe W 123 abgelöst.“ So ein Zitat aus einer Website zu dem Thema.

Die Krott erfährt mit leichtem Staunen, dass es tatsächlich einen Automobil-Club gibt, der sich genau diesen Oldtimern verschrieben hat.


Zufälligerweise ist der Eberhard ein Strich-Acht, und weil der Eberhard halt schon was Spezielles ist, will der Zeisig andere Strich-Achter-Enthusiasten auch an ihm teilhaben lassen.

Jedenfalls, meint der Zeisig, man könnte ja die Suche für einen VW Bulli ein wenig ausweiten, und auch da in der Gegend gucken, wenn man eh schon da sei.

Also sucht die Krott auch in der Gegend.

Es gibt schließlich eine engere Wahl

Und tatsächlich findet sie da ein paar, die ungefähr ihrem und dem Zeisig seinen Ideen entsprechen. Einer in Köln, einer in Hüxe und einer, der richtig scheußlich aussieht, weil er in braunen Tarnfarben lackiert ist und auch da irgendwo in der Gegend steht. Aber der mit der scheußlichen Farbe wäre fast attraktiv, weil recht günstig.

 

Die Krott sagt dem Zeisig noch nicht über den Bundeswehrler, denkt sich aber, falls der noch da sein sollte, wenn sie nach Brilon fahren, dann wird sie dem Zeisig den mal unterbreiten.

Vielleicht gibt es doch einen Camper in der Nähe

Einen Monat bevor sie fahren, taucht eine Anzeige für einen roten Bulli auf, der recht günstig, um nicht zu sagen billig ist, TÜV hat und ganz in der Nähe vom Dorf unserer zwei wohnt.

Die Form ist zwar nicht so ganz das, was die Krott will, aber bei dem Preis und der Nähe, wäre sie bereit, ein wenig von ihrer Erwartungshaltung abzuweichen.Und außerdem ist der Camper rot. Eine schöne Farbe, wie sie meint, und eben nicht rosa. Also machen unsere zwei einen Termin mit dem Besitzer aus und fahren mit dem Buggy am nächsten Tag hin, um ihn anzugucken.

Leider gefällt der Wagen der Krott gar nicht. Auf den Bildern sah er deutlich attraktiver aus. In echt ist er einfach nur schäbig, denkt sie so bei sich. Dem Zeisig täte er schon gefallen, weil er darin stehen kann. Aber die Krott sagt: „Veto.“

Alles halb so schlimm. Denn der Besitzer ist ein VW-Oldtimer-Fan und der Zeisig und er fachsimpeln für mindestens zwei Stunden über den Bugerich, andere VWs und alle möglichen Fahrzeuge, die der Mann so im Laufe seines Lebens hergerichtet und weiterverkauft hat.

Jetzt sind also noch drei VW Camper im Rennen:

Der umgebaute Tarnfarben-Bulli, von dem der Zeisig noch nichts weiß, der eine Bulli in Köln, der heißt Werner und der andere in Hüxe, den die Krott im Stillen Frans-Joseph getauft hat.

Der Zeisig schreibt die Besitzer von Werner und Frans-Joseph an, ob sie um die Zeit zu Hause sind, in der Eberhard seine Auto-Brüder in Brilon treffen will. Dann könnte man sich ja die zwei Kandidaten mal angucken.

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