Krott goes Bulli - 02 - Alles nur nicht rosa!
Die Camp(er)-agne
Der Gedanke an einen VW Camper Bulli lässt die Frau Schildkrott nicht los.Sie sieht nicht ganz ein, warum der Zeisig den blauen VW Beach-Buggy, den sie in Gedanken, oft als Bugerich bezeichnet, besitzt. Dann hat er noch den Mercedes Leichenwagen, den Eberhard. Warum darf sie dann keinen Camper haben?Sie fängt an, sich umzusehen, wo man so einen VW Bulli herkriegen könnte, ohne gleich arm zu werden. Irgendwann landet sie auf Kleinanzeigen. Früher hieß das Ebay Kleinanzeigen. Sie ist absolut erstaunt, wieviele Bullis da angeboten werden. Ab 5000,- € und nach oben keine Grenzen, wie es scheint.Das Dumme ist nur: die Krott hat absolut keine Ahnung von Technik. Sie kann aus den Anzeigen nicht erschließen, ob die Camper das Geld auch wert sind.
Also versucht die Krott, ihren Zeisig doch noch auf ihre Seite zu ziehen. Der ist zwar auch kein Schrauber, aber hat schon mal ein wenig mehr Ahnung, als sie. Und auch wenn er oft kaltes Wasser auf ihre Ideen kippt, so ist das vielleicht nicht ganz so schlecht, wenn sie von rosa Campern träumt. Sie startet eine Camp-(er)-agne. Schließlich ist ihr Zeisig ein Sparfuchs und eigentlich manchmal auch durchaus ein Träumer.
So um Weihnachten rum, erinnert sie ihren Gefährten an die schöne Zeit in Venedig, die sie kurz vor Ausbruch der Corona Epedemie hatten. „Damals hatten wir den Herrn B. noch nicht. Deshalb war das möglich spontan mit Flixbus zu fahren.“ Sie seufzt.
Den Mister B. kann man leider nicht einfach bei Freunden und Bekannten oder gar in einer Hundepension abgeben. Der ist viel zu sehr auf Herrchen und Frauchen fixiert. Der würde einfach das Fressen einstellen und wahrscheinlich versuchen, auszubrechen, dann nach Hause rasen, wo dann niemand wäre und das arme Tier würde elendig eingehen. „Schade, dass man den Hund bei Flixbus nicht mitnehmen kann. Wenn man aber einen kleinen eigenen Camper VW hätte ...“Der Zeisig seufzt.
Erinnerungen an Sardinien
Irgendwann im Februar unterhalten sich die zwei Weltenbummler über einen gemeinsamen Urlaub. Vor und auch nach Corona sind sie mit dem Bugerich nach Sardinien gefahren. Ein richtiges Abenteuer. Irgendwann wird Frau Schildkrott ihr Buch dazu auch noch fertig schreiben. Sardinien hat beiden sehr gefallen. Der Krott weil sie Ruinen besichtigen durfte und ganz leckere Sachen essen konnte. Dem Zeisig, weil Sardiniens Straßen so richtig toll sind für Motorrad- und Beach-Buggyfahrer. Leider geht das mit dem Buggy und dem Mr. B. nicht auf so lange Strecken. Auch wegen des Gepäcks.
„Wenn wir so einen VW Bulli Camper mit Anhängerkupplung hätten, dann könnte man zum Beispiel den Bugerich auf einem Anhänger mitnehmen und dann am Zielort stilvoll herumfahren. Und im Camper hätten wir genug Platz für Hund und Gepäck und wir müssten unterwegs nicht einmal nach einem Zimmer gucken.“Der Zeisig bleibt stumm und guckt sich die Urlaubsbilder von Sardinien nochmal an.
Im März liest er einen Reiseartikel über Hamburg und sagt: „So drei Tage Hamburg wären doch auch mal was.“ Krott nickt und meint dann, dass es doch theoretisch möglich wäre, ganz spontan Kurzurlaube und Städtereisen zu machen und einiges an Hotelzimmergebühren zu sparen wenn man so einen coolen Camper hätte.
Kapitulation
„Und,“ fügt sie dann hinzu: „So schlimm ist das mit den Unterhaltskosten gar nicht. Ich hab mal geguckt, es gibt da so Portale, da könnten wir den Camper untervermieten, wenn wir ihn nicht bräuchten.“Steter Tropfen höhlt den Stein. Gottseidank, denkt die Krott, dauert es aber nicht hundert Jahre, sondern nur einige Wochen, denn endlich stimmt er schließlich zu, die Anzeigen ein wenig auszusortieren. Erstmal ganz unverbindlich... Die Krott weiß, wenn sie erst mal den Fuß in der Tür hat, wird sich alles andere schon finden. Aber, meint der Zeisig: Die Krott muss dann selber gucken, wo sie einen Platz findet für den Bulli. Denn die Garage ist voll und die Stellplätze aus. Und ganz wichtig: Nichts in Rosa!
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